Ströher

Keramik-Spezialist Ströher – Smarte Klinker für einen ganz eigenen Look

Qualitätskontrolle nach dem Brand: Thorsten Kößler, Bereichsleiter Tunnelofenfertigung
Strangziehen von Riemchen, Produktionsmitarbeiter Dursun Bilal

Geschickt entnimmt Thorsten Kößler ein Klinker-Riemchen aus dem aktuellen Brand für die Qualitätskontrolle. Wir sind am Dillenburger Stammsitz der weltweit agierenden Ströher–Gruppe, mitten in der Produktion. Die Öfen laufen hier an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr bei bis zu 1300 Grad Celsius, um wetterfeste und frostsichere Keramik herzustellen. Der Wassergehalt der hauptsächlich aus Ton und Wasser bestehenden Riemchen – alle weiteren Zutaten sind Betriebsgeheimnis - soll nach Brand und Trocknung deutlich unter 3 Prozent liegen. „Wir kontrollieren neben der Maßhaltigkeit im Labor den Wassergehalt und einige andere Parameter, die entscheidend sind für die Frostbeständigkeit der Teile“, erläutert Kößler. Er outet sich als Fan der nur auf den ersten Blick unscheinbaren Teile, die auch bei ihm zu Hause als Sockelleisten zu finden sind und unter anderem die Terrasse verschönern.

Seit 1884 gilt Ströher als eines der führenden Unternehmen, wenn es um die Herstellung von stranggezogenen Klinkerriemchen für Fassaden und frostsichere Keramik geht. Der dafür benötigte Ton kommt traditionell aus dem nahe gelegenen Westerwald. Im sogenannten Strangziehverfahren entstehen hier selbst wenige Millimeter dicke Klinkerriemchen in verschiedenen Farben und Formaten – und das übers Jahr gesehen in Stückzahlen von mehreren Millionen.

Ursprünglich vor allem genutzt, um alte Häuserfassaden neu zu gestalten und Dämmmaterialien darunter zu verstecken, ist der Klinker-Look inzwischen immer mehr Design-Element und deshalb auch bei Neubauten sehr beliebt. Denn sie vermitteln den Eindruck eines solide Stein auf Stein gebauten Hauses und machen selbst ausgefallene Architektenträume auch in der Kombination mit Putz, Glas und Holz möglich. So kann man die Produkte des Keramikspezialisten heute überall entdecken, an beeindruckenden Geschäftsgebäuden in der City von Frankfurt, Berlin und Zürich, an Einfamilienhäusern im ländlichen Raum oder auch an auffallenden Wohntürmen in Schweden, Polen und Russland.

„Bei vielen Projekten sitzen wir von Anfang an mit am Tisch der Planer und Architekten, um unseren Teil beizutragen zu einer ansprechenden Fassade“, erläutert Ströher-Geschäftsführer Patrick Schneider. Doch nicht nur wegen der Optik sind die Riemchen beliebt. „Zunehmend setzen Architekten sogar auf Sonderanfertigungen, auf andere Formate, Kanten und Farben der Riemchen, um eine einzigartige Fassade zu schaffen“, ergänzt Schneider. Zudem hat man laut Schneider auch die nächsten 50 Jahre Ruhe im Hinblick auf Verschmutzungen und Haltbarkeit der Fassade, wodurch der Wert einer Immobilie noch gesteigert wird. Das Geschäft läuft damit ganz anders als bei Fliesen, bei denen man aus einem riesigen Angebot das passende Objekt heraussucht, bei dem aber oft der Preis mit entscheidend ist für die Wahl.
Heute gehören zum Dillenburger Keramikspezialisten, der eine 100%ige Tochter der Sto SE & Co. KGaA in Stühlingen ist, zudem die GEPADI Fliesen GmbH und die 2016 gegründete Ströher Fliesen GmbH, so dass die Gruppe inzwischen das komplette Programm wohnkeramischer Produkte anbieten kann.

Mehr als 40 Millionen Euro Umsatz hat die Ströher-Gruppe im vergangenen Jahr erzielt, den überwiegenden Teil, rund 30 Millionen Euro, allein über das Klinker- und Riemchengeschäft in Dillenburg und wiederum die Hälfte davon über die Produkte für Fassaden. „In den Riemchen steckt enorm viel Knowhow und sie benötigen in der Anwendung viel Beratung, so dass wir uns hier gut gegen Massenproduzenten aus Billiglohnländern behaupten können“, erläutert Schneider.

Auch wenn der Trend bei Klinker-Fassaden meist zu grauen oder schwarzen Riemchen geht, bekommt man sie sogar in ganz ausgefallenen Farben, wie einem leuchtenden Rot für die Firmenzentrale von 3M in der Schweiz. Speziell für einen Hochhausbau in Moskau wurde gemeinsam mit anderen Unternehmen ein inzwischen patentiertes System entwickelt, durch das nun auch während Frostperioden die Arbeiten an der Fassade fortgesetzt werden können: Die Riemchen werden dabei nicht mehr verklebt - was nur bei Plusgraden möglich ist – sondern einfach und unkompliziert in Spezialhalterungen auf der Fassade eingehängt.

Sofern es nicht um Spezialanfertigungen geht, ist der Weg zum Wunschklinker oder auch zur Wunschfliese bei Ströher einfach und unkompliziert. Bei einem virtuellen Gang durch die Ausstellung über die Homepage - inklusive Zoomfunktion - kann jeder einen Eindruck bekommen von den verschiedenen Produkten und den Möglichkeiten rund um Formate, Designs, Verlege-Muster und Fugenfarben.

Um auch für die nächsten Herausforderungen insbesondere im Hinblick auf Industrie 4.0 und die zunehmende Digitalisierung gut gerüstet zu sein, hat Ströher 2019 ein großes Investitionsprogramm gestartet. In den nächsten 4 bis 5 Jahren sollen mehrere Millionen Euro in den Standort fließen. Geschäftsführer Schneider: „Das Bauen verändert sich, selbst kühnste Träume lassen sich realisieren und wir sind dabei.“

Weitere Informationen zu Ströher erhalten Sie unter: www.stroeher.de