29.12.2025
Jahresrückblick des Unternehmerverbandes Mittelhessen
Wendel: „Wirtschaft braucht jetzt klare, verlässliche und umsetzbare Regelungen“
Der Unternehmerverband Mittelhessen (UVM) blickt auf ein bewegtes Jahr zurück, das für die Wirtschaft von vielen Herausforderungen und großen Anstrengungen geprägt war: „Energie- und Klimapolitik, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung waren und bleiben entscheidende Themen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und den Erhalt unseres Wohlstands“, fasst der Vorsitzende, Klaus-Achim Wendel, die vergangenen Monate zusammen. „Für die Betriebe hat das vergangene Jahr schonungslos aufgezeigt, wo politischer Handlungsbedarf besteht und welche Rahmenbedingungen maßgeblich verändert werden müssen, um die Bereitschaft für Investitionen, Ausbildung und Innovationen in Deutschland langfristig zu stärken. Erste Maßnahmen der Bundesregierung lassen erahnen, dass von Seiten der Politik zumindest der Wunsch besteht, wichtige Weichen zu stellen, aber diese Ansätze müssen nun konsequent weiterverfolgt werden. So gehen beispielsweise die angekündigten Maßnahmen zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, zur Reduzierung von Berichts- und Nachweispflichten sowie zur stärkeren Digitalisierung der Verwaltung in die richtige Richtung. Die Wirtschaft braucht aber darüber hinaus sofort klare, verlässliche und umsetzbare Regelungen statt immer neuer Vorgaben, Doppelprüfungen und langwieriger Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse. Der Bürokratieabbau muss spürbar im Unternehmensalltag ankommen. Dafür ist es nun entscheidend, den Betrieben mehr Vertrauen und Handlungsspielraum zuzugestehen, um so langfristig unsere Wirtschaft gut aufzustellen“, so Wendel abschließend.
Der stellvertretende Vorsitzende des UVM, Fritz Georg Rincker, rückt das Thema Wirtschaftsfreundlichkeit wieder stärker in den Fokus: „In einer Zeit, in der das Verständnis für ökonomische Themen und die Bedeutung einer funktionierenden Wirtschaft spürbar nachgelassen hat, müssen wir wieder dringend das gesellschaftliche Bewusstsein dafür stärken, wie wichtig unternehmerisches Handeln für uns alle ist. Die hierfür relevanten Zusammenhänge, Abläufe und Notwendigkeiten zu vermitteln, sollte bereits in der Schule als Teil des Lehrplans verankert werden. Auch der Leistungsgedanke muss in unserer Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert einnehmen. Unternehmertum, Innovationsbereitschaft und persönlicher Einsatz sind die Grundlage für Wachstum, Wohlstand und damit am Ende auch für sichere Arbeitsplätze. Entscheidend ist daher ein grundlegendes Umsteuern: Leistung ist und darf als etwas Positives wahrgenommen werden und muss sich wieder lohnen. Gleichzeitig kann das Vertrauen in Unternehmerinnen und Unternehmer sowie in unseren Wirtschaftsstandort nur gestärkt werden, wenn Unternehmertum nicht als Problem, sondern als Chance für die Gesellschaft verstanden wird. Ebenso ist entscheidend, dass Arbeitgeber nicht als Gegner wahrgenommen werden, sondern als Menschen, die täglich Verantwortung für Beschäftigte und Betriebe übernehmen. Das schafft Vertrauen, Planungssicherheit und eine gute Basis für zukünftige Investitionen.“
Maik Wiegelmann, zweiter stellvertretende Vorsitzende, sieht in der Sicherung von Fachkräften und guten Bildungsbedingungen entscheidende Weichen für die Zukunft der Betriebe und des Standorts Deutschland: „Die Bundesregierung hat erkannt, dass gezielte Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Bildung sowie der Übergänge zwischen Schule und Ausbildung notwendig sind, um eine nachhaltige Gewinnung von Fachkräften zu ermöglichen. Wichtig ist dabei, dass die Berufsschulen in Mittelhessen auch künftig gut erreichbar bleiben und Bildungsstandorte, wo immer möglich, gesichert werden. Nur so kann hier vor Ort weiterhin ein vielfältiges Angebot an Berufsausbildungen gewährleistet werden. Auf diese Weise können junge Menschen von einer dualen Ausbildung überzeugt und Betriebe bei der Fachkräftesicherung unterstützt werden. Lange und mühsame Anfahrtswege hingegen, machen Berufsschulen und deren Ausbildungsangebote für junge Menschen unattraktiv“, verdeutlicht Wiegelmann. „Zudem gewinnen ausreichende Investitionen in eine moderne, digitale Ausstattung der Schulen zunehmend an Bedeutung – sowohl bei der Infrastruktur als auch bei Hard- und Software. Diese müssen konsequent weiter ausgebaut werden. Wir sind uns sicher: Fachkräftesicherung gelingt nur, wenn Bildungspolitik modern und mit Weitblick gedacht wird, damit Betriebe und Auszubildende gleichermaßen verlässliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche und stabile Zukunft vorfinden.“
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