21.07.2026
Unternehmerverband Mittelhessen begrüßt Reformkurs der Bundesregierung
Wendel: „Die Richtung stimmt – für einen echten Aufbruch braucht es aber mehr Mut“
Der Unternehmerverband Mittelhessen (UVM) begrüßt die aktuellen Reformpläne der Bundesregierung als ersten Schritt zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Insbesondere die angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau, zur Beschleunigung von Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie zu mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt bewertet der Verband positiv. Gleichzeitig warnt der UVM davor, dass viele Vorhaben bislang zu vage seien. Während Hessen bereits mit konkreten Vereinfachungen und schnelleren Verfahren vorangehe, müsse der Bund nun nachweisen, dass die angekündigten Entlastungen tatsächlich bei den Unternehmen ankommen.
„Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die wirtschaftspolitischen Herausforderungen erkannt hat und endlich Reformen auf den Weg bringt. Unsere Unternehmen brauchen nach Jahren der wirtschaftlichen Stagnation dringend bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovationen und Wachstum“, erklärt der Vorsitzende des UVM, Klaus-Achim Wendel. Positiv bewertet der Verband die angekündigte Entlastung bei Berichts- und Dokumentationspflichten. Allerdings bleibe bislang wieder einmal offen, welche konkreten Pflichten tatsächlich wegfallen sollen. „Weniger Bürokratie ist überfällig. Entscheidend wird aber sein, ob die angekündigten Maßnahmen im betrieblichen Alltag tatsächlich spürbar werden. Ankündigungen allein schaffen noch keine Entlastung“, so Wendel.
Kritisch sieht der Unternehmer die geplante steuerliche Mehrbelastung vieler Personengesellschaften. Gerade familiengeführte Unternehmen und zahlreiche mittelständische Betriebe investieren ihre Gewinne regelmäßig in neue Maschinen, Digitalisierung, Transformation und klimafreundliche Technologien. „Wer diese Unternehmen zusätzlich belastet, entzieht ihnen Mittel für Investitionen und Wachstum. Das sendet das falsche Signal in einer Phase, in der Deutschland dringend wirtschaftlichen Aufschwung benötigt“, betont Wendel. Zudem warnt er vor weiter steigenden Lohnzusatzkosten. „Während auf der einen Seite Wachstumsimpulse gesetzt werden sollen, steigen auf der anderen Seite die Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte. So entsteht ein Widerspruch, der die eigentliche Wirkung vieler Reformen deutlich abschwächen kann“, erklärt der Vorsitzende.
Aus Sicht des Unternehmers sind die jetzigen Beschlüsse deshalb ein wichtiger Anfang, aber noch kein wirtschaftspolitischer Befreiungsschlag. „Die Richtung stimmt. Für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Beschäftigung werden jedoch weitere mutige Reformschritte erforderlich sein. Deutschland braucht jetzt konsequente Entlastungen statt neuer Belastungen“, so Wendel abschließend.
Ansprechperson
Janina Hill
Pressesprecherin & Online Kommunikation
Tel.: 06441 7008-31
janina.hill@uv-mittelhessen.de
